Der Situationsansatz

Nach dem Situationsansatz zu arbeiten bedeutet, die Lebenssituation der Kinder und ihrer Familien zur Grundlage der pädagogischen Arbeit zu machen. Hierbei werden Situationen im Alltag der Kinder und ihrer Familien aufgegriffen (Schlüsselsituationen).

Bild vom Kind
Der Situationsansatz geht von selbstständigen und selbsttätigen Kindern aus. Sie werden als kompetente Persönlichkeiten angesehen, die sich aktiv mit Themen, Fragestellungen und Problemen auseinandersetzen und Lösungen anstreben.

Ziel ist es
„... Kinder mit verschiedener Herkunft und mit unterschiedlicher Lebensgeschichte zu befähigen, in Situationen ihres gegenwärtigen und zukünftigen Lebens möglichst autonom, solidarisch und kompetent zu handeln.“ (Jürgen Zimmer, 2006).

Daraus ergeben sich die drei pädagogischen Hauptziele des Situationsansatzes:

  1. Autonomie – das Kind lernt für sich selbst:
    Die Selbstständigkeit und Selbstbestimmung des Kindes werden gefördert, sodass es seine Stärken und Fähigkeiten selbst einschätzen kann. Das Kind wird bei Entscheidungen beteiligt und darf mitbestimmen.
  2. Solidarität – das Kind lernt für und mit anderen:
    Das Kind fühlt sich zu einer Gemeinschaft zugehörig und kann soziale Beziehungen aufnehmen und gestalten. Es übernimmt Verantwortung und erkennt, dass sein Handeln auch Konsequenzen für andere hat. Darüber hinaus lernt es, Hilfe anzunehmen und anderen zu helfen.
  3. Kompetenz – das Kind lernt Zusammenhänge:
    Um die Welt aktiv mitgestalten zu können, benötigt das Kind notwendiges Wissen, um Zusammenhänge und Gegebenheiten zu verstehen. Aus diesem Grund müssen Kinder befähigt werden, sich neugierig mit den Phänomenen der Welt auseinanderzusetzen.

Die pädagogische Fachkraft leitet mit Methoden aus der Situationsanalyse und der Beobachtung sowie der Bildungs- und Entwicklungsprozesse die für Kinder bedeutsamen Fragen und Themen ab. Daraus werden diejenigen ausgewählt, die für Kinder Lern-, Entwicklungs- und Gestaltungschancen beinhalten. Projekte zu diesen Themen werden dabei unter Beteiligung der Kinder geplant, durchgeführt, dokumentiert und reflektiert. (Aus „Pädagogische Ansätze und Handlungskonzepte, LVKITA Themenheft Juli 2014“)

 

 

Pädagogische Grundlagen

  • Lernen in Lebenssituationen
  • Lernen in Sinnzusammenhängen
  • Partizipation
  • Lernen in altersgemischten Gruppen
  • Einbeziehung von Eltern und anderen Erwachsenen
  • Integrative und multikulturelle Erziehung
  • Öffnung nach außen
  • Offene Planung und Raumgestaltung

(aus „Pädagogische Ansätze und Handlungskonzepte, LVKITA Themenheft Juli 2014“)