Für mehr Bildung und eine bessere Erziehung in Baden-Württemberg

Bereits seit Mitte der 90er-Jahre setzt das Land Baden-Württemberg deutliche Akzente in der frühkindlichen Bildung. Mit der Erstellung eines Orientierungsplans für Bildung und Erziehung in Tageseinrichtungen für Kinder stärkt Baden-Württemberg den Kindergarten als Ort der frühkindlichen Bildung. Mit dieser Stärkung soll die Voraussetzung für mehr Gerechtigkeit bei der Verteilung von Bildungschancen und eine stärkere Entkoppelung von der sozialen Herkunft gewährleistet werden.

Der Orientierungsplan soll den Erzieherinnen und Erziehern Impulse zur pädagogischen Begleitung kindlicher Entwicklung von der Geburt bis zum Schuleintritt bieten. Er knüpft an die Entwicklungsprozesse vor der Krippen- und Kindergartenzeit an und gibt Ausblicke auf die Entwicklung der Bildungsbiografie des Kindes danach.

Im Interesse einer kontinuierlichen Bildungsbiografie des Kindes betont der Orientierungsplan besonders die Intensivierung der Zusammenarbeit mit den Eltern und eine weitergehende Verzahnung von Kindergarten und Grundschule. Für diese Bildungs- und Erziehungspartnerschaften erhalten Eltern, sozialpädagogische Fachkräfte und Lehrkräfte Impulse und Hilfestellungen (aus dem Vorwort zum Orientierungsplan).

Die Eckpunkte des Orientierungsplans auf einen Blick:

  1. Der Orientierungsplan stärkt die Kinderperspektive. Er geht von der Motivation des Kindes aus.
  2. Der Orientierungsplan ist ein Bildungskompass für Erzieherinnen und Erzieher, für Eltern und Lehrkräfte.
  3. Der Orientierungsplan umfasst schwerpunktmäßig die Altersstufen drei bis sechs. Bildungsprozesse von Geburt an und im Anschluss an den Kindergarten werden aufgegriffen.
  4. Mehrperspektivischer Ansatz: Zusammentragen verschiedener Wissenschaften (Frühpädagogik, Sozialpädagogik und Schulpädagogik, Entwicklungspsychologie, Motivationspsychologie, Gehirnforschung und Theologie).
  5. Verbindliche Zielsetzungen und Gestaltungsspielräume in der Umsetzung und bei der Konzept- und Profilbildung.
  6. Spielen als elementare Form des Lernens; Bewegung als Motor der Lernentwicklung, Motivationsentwicklung und Anstrengungsbereitschaft.
  7. Die pädagogische Begleitung und Förderung ist ganzheitlich, entwicklungsangemessen, individuell, projektorientiert, kreativ, aktiv-entdeckend und forschend.
  8. Sechs Bildungs- und Entwicklungsfelder: SINNE • KÖRPER • SPRACHE • DENKEN • GEFÜHL UND MITGEFÜHL • SINN, WERTE UND RELIGION. Zentrale Rolle der Sprachförderung.
  9. Veränderungen in der Rolle der pädagogischen Fachkräfte: Entwicklungsbeobachtung und -dokumentation, verstärkte Teamarbeit; Impulsfragen als Denkanstöße und Möglichkeit des Austauschs, Kindergarten als lernende Organisation.
  10. Erweiterte, passgenaue Kooperationskonzepte zwischen Kindergarten und Schule. Ergänzend erweiterte Kooperation mit Institutionen und Partnern vor Ort, um Bildungsimpulse zu setzen mit Büchereien, Galerien, Museen, Betrieben; Großeltern, Märchenerzählern, Schriftstellern, Architekten usw.

Bildungs-/Entwicklungsfelder


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Den Orientierungsplan zum Nachlesen finden Sie hier.